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Der weiße Garnaccia von Montesecondo ist wirklich fesselnd. Selten habe ich einen so guten Orange-Wine, also einen auf den Schalen vergorenen Weißwein, im Glas gehabt. Die Rebsorte für diese Rakete von Wein heißt, anders als der Weinname, Vernccia di San Gimignano und liefert leicht herb-würzige Speisenbegleiter mit moderater, doch tragender Säurestruktur. Bei Montesecondo wird dieser Wein relativ früh mit nur 11,5% vol. gelesen, mit den Traubenstielen als Ganztraube vergoren und 10 Tage zusätzlich mazeriert. Wer das liest und einen vor Gerbstoffen platzenden Wein erwartet, irrt sich. Im Glas findet sich kein Reibeisen, sondern eher ein feinwürziger nach gelben Steinobst und gerösteten piemonteser Haselnüssen duftender Weißwein. Grapefruit und Schwarztee komplementieren das aromatische Bild eines eher schlanken, wenn doch intensiven Weines.
Dieser unverschämt trinkige orange wird von mir gerne mit geschmorten Kirschtomaten auf reichlich Labneh, einem aus dem arabischen Raum stammenden cremigen Frischkäse und etwas geröstetem Brot verspeist. Nicht zu kalt servieren! - verfasst von Laurin Laier
Produktinformationen "Montesecondo bianco"
Montesecondo
italien / toskana
Società Agricola Montesecondo
„Proprietor Silvio Messana crafts some of the most distinctive wines in Chianti Classico… The 2021 Chianti Classico is one of the wines of the vintage in the Chianti Classico Annata category… The Montesecondo Chianti Classico raises the simple question of why there aren’t more wines like this.” Antonio Galloni, Vinous
Eigentlich hatte Silvio Messana gar nicht vor, Winzer zu werden. Sein Vater hatte zwar 1963 ein kleines Weingut in der Toskana gekauft, zu einer Zeit, als die Weinberge dort günstig zu erwerben waren, aber Silvio ging nach seinem Musikstudium in Florenz nach New York, wo er 15 Jahre lang als Musiker und Weinhändler arbeitete. 2000 kehrte er dann aber doch in die Toskana zurück um sich um das Gut zu kümmern. Da er in der konventionellen Landwirtschaft keine Zukunft für sich sah, besuchte er 2003 einen Workshop des Biodynamie-Pioniers Nicolas Joly und begann danach unmittelbar mit der Umstellung auf biodynamischen Weinbau. In den nächsten zehn Jahren fand er dann konsequent seinen eigenen Stil, verzichtete folgerichtig bei seinem Chianti Classico auf die Beigabe von internationalen Sorten und besann sich auf die klassischen Sorten des Chianti. Heute sind seine Weine authentisch und unmanipuliert, setzen nicht auf Knalleffekte sondern auf leise, subtile Töne.