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In der Nase zeigt sich der Spumante Brut frisch und klar, mit typischen Aromen von grünem Apfel, Birne und weißen Blüten. Dazu kommen feine Zitrusnoten und ein Hauch Kräuter. Am Gaumen wirkt er seriös trocken (nur 6g/L Dosage), lebendig, geradlinig, leicht (nur 11 Vol. %) und elegant. Die gut eingebundene Säure sorgt für Spannung und Frische, dazu Anklänge von Zitrus, grünem Apfel und gelber Steinfrucht. Im Hintergrund agiert eine zarte, sehr animierende phenolische Bitternote, wie sie sich für einen hochwertigen Brut ganz einfach gehört. Nach 60 Tagen langsamer, zweiter Gärung finden sich auch Andeutungen von Brotkruste und Brioche, die diesem eleganten Spumante Brut zusätzlich Niveau verleihen.
Ein sehr attraktiver Aperitiv zu Grissini, Parmaschinken, kleinen Cicchetti, Focaccia oder Bruschetta. Funktioniert auch als Begleiter für Vorspeisen, z.B. Caprese oder zu Pasta und Risotto, z.B. mit Zucchini oder Meeresfrüchten. Gut gekühlt bei etwa 7 bis 8 °C servieren. - verfasst von Peter Wolf
Produktinformationen "Prosecco Spumante Brut"
Terre dei Buth
treviso / italien
TERRE DEI BUTH
Die Geschichte von Terre dei Buth beginnt 1891, als die Familie Marion in Mareno di Piave bei Treviso mit dem Weinbau begann. Bruno Marion führte den Familienbetrieb in die nächste Generation. Bereits mit der Übernahme durch seine Söhne Massimo und Paolo vor mehr als 25 Jahren wurde der Betrieb konsequent auf biologischen Weinbau umgestellt. Visionär, denn damals war eine solche Umstellung, allemal in Italien, die ganz große Ausnahme. Aus dem gemeinsamen Familienbesitz entwickelten sich fortan zwei eigenständige Bio-Weingüter.
Terre dei Buth konzentriert sich heute unter der Leitung von Paolo Marion mit einer Anbaufläche von ca. 30 ha auf die Vinifikation authentischer Prosecchi, die uns gleich bei der ersten Verkostung, sowohl als Frizzante als auch als Spumante Brut, nachhaltig überzeugten.
Innerhalb der D.O.C. gilt die Provinz Treviso als eines der bedeutendsten Zentren. Besonders die Landschaft zwischen Conegliano, Valdobbiadene und dem Piave-Fluss ist eng mit der Entwicklung des traditionellen Prosecco verbunden. Im Norden schützen die Alpen vor kalten Luftströmungen, während von Süden über die Adria warme und feuchte Luftmassen in das Gebiet gelangen. Gegen Ende des Sommers können trockene Bora-Winde aus östlichen Richtungen für deutliche Unterschiede zwischen den Temperaturen am Tag und in der Nacht sorgen. Diese Tag-Nacht-Amplitude ist für den Weinbau von großer Bedeutung: Sie hilft dabei, die Säure in den Trauben zu bewahren und die Ausbildung von Aromastoffen zu fördern.
Prosecco aus dem Treviso - traditionell mit zweiter Gärung im Martinotti-Charmat-Verfahren
Wenn von Prosecco die Rede ist, denken manche an eine italienische Rebsorte, andere an Perlweine aus den unterschiedlichsten Trauben und Anbaugebieten. Beides trifft es nicht!
Bis 2010 wurde „Prosecco“ tatsächlich als Bezeichnung für eine Rebsorte verwendet, aus der man im Nordosten Italiens, im Veneto, einen traditionellen Schaumwein kelterte, der Weltruhm erlangte. Dabei leitet sich der Name nicht vom italienischen Adjektiv secco (trocken) ab, sondern von einem Dorf gleichen Namens unweit Triests.
Traditioneller Prosecco verbindet italienische Lebensart mit einem leicht zugänglichen, absolut unverwechselbaren Mundgefühl: Animierend frisch, mit feiner Frucht, ausgeprägt floralen Noten und einem Hauch Bitterstoffen gleitet Prosecco locker und leicht über den Gaumen. Als Ergebnis einer zweiten Gärung sorgt eine in ihrer Sanftheit charakteristische Perlage für Cremigkeit am Gaumen. Prosecco steht - quasi per Definition - für vergnügliche Leichtigkeit zu einem erschwinglichen Preis. Mit dem Tiefgang, der Komplexität und Exklusivität eines hochwertigen Champagners möchte er nichts zu tun haben.
Das Erfolgsmodell aus Norditalien fand um die Jahrtausendwende immer mehr Nachahmer. Großkellereien unterschiedlicher Nationalitäten verarbeiteten zwielichtige Billig-Moste aus allen möglichen Rebsorten zu Perlweinen in riesiger Auflage. Auf die für die Qualität der Endprodukte wichtige zweite Gärung wurde oft verzichtet, stattdessen setzte man den Grundweinen schnell und billig die Kohlensäure ganz einfach zu, wie bei einem Mineralwasser. Die in jeder Hinsicht primitiven Ergebnisse beschädigten ein, auch in Deutschland, sehr beliebtes Kulturgetränk.
Um den echten Prosecco zu schützen, wurde 2010 die entsprechende norditalienische Rebsorte in „Glera“ umbenannt und die Denominazione di Origine Controllata – D.O.C. Prosecco ins Leben gerufen.
Denominazione di Origine Controllata als Schutzinstrument für echten Prosecco
Heute ist ein Prosecco konsequent an eine geografische Herkunft gebunden: in Venetien an die Provinzen Belluno, Padua, Treviso, Venedig und Vicenza, sowie in Friaul-Julisch Venetien an die Provinzen Görz, Pordenone, Triest und Udine. Dabei muss die traditionelle Rebsorte Glera mindestens 85% ausmachen.
Die zweite Gärung als Teil des Herkunftscharakters
Prosecco wird im klassischen Martinotti-Charmat-Verfahren vinifiziert. Dabei findet die zweite Gärung, die für die natürliche Kohlensäure und das typisch cremige Mousseux wesentliche Voraussetzung ist, nicht wie beim Champagner in der Flasche, sondern in einem Drucktank aus Edelstahl – der sogenannten Autoklave – statt. Das Verfahren ist besonders dazu geeignet die Primärfrucht der Rebsorte Glera zu bewahren, auf die auch ein seriös trockener Prosecco Spumante Brut nicht verzichten kann.
Qualität ist trotzdem ausschließlich Sache des Winzers
Leider gibt es heute, trotz D.O.C. und vorgeschriebenem Martinotti-Charmat-Verfahren, auch jede Menge wirklich schlechten Prosecco. Anonyme Markenlabels dominieren das Angebot, ohne Geschmack, ohne Kriterien, ohne Menschen, ohne Nachhaltigkeit.
Wer, so wie wir, keine Massenproduktion verkaufen und schon gar nicht selbst trinken möchte, wer einen Prosecco mit einem authentischen Geschmacksprofil sucht, der in einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb vinifiziert wurde, bei dem biologischer Anbau eng mit der Weinbereitung verbunden ist, der sucht nach der Nadel im Heuhaufen.
Wir haben viel verkostet, Betriebe recherchiert, probiert und wieder verworfen, aber jetzt ist es soweit: das Weinrefugium hat mit Terre dei Buth ein neues, überzeugendes Prosecco-Weingut!