45,00 €
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Verkostet haben wir diesen Wein zum ersten Mal auf der Karakterre Naturweinmesse in Eltville im Mai 2026. Und was sich da in unseren Gläsern gezeigt hat, war nicht weniger als der größte Wein des Tages. Ein unglaublicher Chardonnay, der uns sprachlos zurückgelassen hat. Vom ersten Hineinriechen an zeigt sich der Wein spannungsgeladen, rauchig, reduktiv, noch kaum Fruchtaromatik preisgebend. Erst am Gaumen gesellen sich zu den genannten flintigen Noten etwas knackige Birne, Limette und Alpenkräuter hinzu. So jung verkostet deutet der Wein natürlich aromatisch vieles nur an, was da noch kommen mag. Was sich allerdings solitär & konkurrenzlos in Bestform präsentiert, ist die Struktur des Weins am Gaumen. Keine unreif beissende Säure, sondern hohe Eleganz, schwerelos und trotzdem voller Länge. Die durch den oxidativen Ausbau geförderte Phenolik ist reif und zupackend und so gut eingebunden mir nur aus dem Jura bekannt.
Wenn ich die Genialität dieses Weins auf ein Merkmal herunterbrechen müsste, ist es wohl, dass er neben der holzinduzierten Würze derart viel eigene Struktur mitbringt. Karge Frucht, Holz, oxidative Noten spielen hier aromatisches Tiki-Taka. Großes Kino, deutsche Spitze! - verfasst von Laurin Laier
Produktinformationen "Chardonnay"
Kissinger
rheinhessen / deutschland
WEINGUT KISSINGER-BÄHR
Wer Rheinhessen in den letzten zehn Jahren nicht auf dem Schirm hatte, verpasste die wohl größte Cinderella-Story, die man sich im Weinbereich vorstellen kann. Ja, es gab schon immer große Weine aus dem Wonnegau, dem Roten Hang und Co. Und ja, der teuerste trockene Wein Deutschlands kommt auch seit längerem von hier. Wirklich beeindruckend ist aber, dass die Region es schafft neben den großen Granden zuletzt beständig neue Talente hervorzubringen, die sich verblüffend stilsicher ihren Platz an der Sonne erarbeiten.
An der Speerspitze dieser Bewegung steht Moritz Kissinger, Winzer in vierter Generation aus Uelversheim. Sein erster Aufschlag in die große Weinwelt wurde von niemand anderem als Klaus Peter Keller geadelt, der seinen ersten Chardonnay aus dem schwierigen Weißweinjahr 2018 auf Weltklasse-Niveau einschätzte und einen echten Hype lostrat. Ein großer Erfolg für Moritz, aber sicherlich auch eine Bürde in den kommenden Jahrgängen Gezeigtes zu bestätigen. Wenn man sich mit Moritz unterhält, merkt man allerdings sofort - dieser junge Winzer schaut nach vorne, brennt für den Weinbau, brennt für die Natur um sich, möchte immer mehr lernen und aufsaugen - es ist geradezu ansteckend. Seine Vita liest sich beeindruckend. Studium in Geisenheim, Praktika in mehreren Top-Betrieben aus Rheinhessen und Pfalz, Stationen in Neuseeland und Großbritannien.
Für seine Weine nimmt er auf allen Stationen etwas mit. Die Essenz seiner Lehrjahre: Er möchte lebendige, individuelle, zeitgemäße & erwachsene Weine machen. Das übersetzt sich im An- und Ausbau in den demeter-Eintritt im Jahr 2020, konsequent zeitigere Lesetermine, Spontangärungen und der durchaus gewollten Exposition seiner Weine zu Oxidation.
Ein weiteres Puzzlestück in der Entwicklung des Weinguts war der Einstieg von Moritz’ Ehefrau Jasmin Kissinger-Bähr im Jahr 2025. Jasmin selbst hat Weinmanagement in Dijon studiert und bringt entsprechend viel Know-how in den Betrieb mit ein.